Skulpturen im Garten der ArtVilla

Kunst in der ArtVilla

Shona Sculpture - Afrikanische Steinbildhauerei aus Simbabwe

„Shona - ist der größte Stamm in Simbabwe. Simbabwe, abgeleitet von dem Shona-Wort „dzimbadzamabwe“ („Haus aus Stein“), ist das Land mit dem größten, für die Bildhauerei geeigneten Steinvorkommen auf dem afrikanischen Kontinent. Früher wurden Steine auch als Baumaterial oder zur Dekoration eingesetzt. Die alte Kultstätte Great Zimbabwe, heute Weltkulturerbe, zeugt von der großen Kunstfertigkeit der Ahnen heutiger Künstler. Vom 11. bis ins 15.Jahrhundert, Europa lässt gerade das Mittelalter hinter sich, wurden hier reich verzierte Säulen aus Granitblöcken gemeißelt - alles ohne Mörtel. In der Kultstätte wurden neue Steinkonstruktionen in die natürlichen Felsformationen eingebunden - ein ästhetisches und funktionales Meisterwerk. In den späten 1950er Jahren erkannte Frank McEwen, Gründer und Kurator der Nationalgalerie die Kunstfertigkeit der Shona im Umgang mit Stein und die angeborene Kreativität dieser Menschen. McEwen förderte die nationale Kultur, indem er einen Workshop an der Nationalgalerie errichtete und dorthin vielversprechende Künstler einlud. Hier ging es nicht um Lehre oder die Vermittlung von Technik. Die Menschen bekamen einfach Steine und Werkzeuge in die Hand. Mit den Worten von McEwen: „In den Werken zeigen sich die Bilder, die in der Seele verborgen liegen“. Die Künstler unterstützten und unterrichteten sich gegenseitig. Diese Tradition des Mentoring besteht bis heute. Junge Talente lernen von alten Meistern, beobachten den Umgang der Meister mit dem Stein und nehmen schließlich selbst Stein und Werkzeug in die Hand.

Die Künstler nehmen ihre Inspiration aus der überlieferten Kultur: Mythologie, Folklore, Rituale und Glaube an die Geister der Alten.

Frauen sind ebenfalls Quelle der Inspiration: der nackte Torso, das tanzende Mädchen, Mutter und Kind - diese Themen werden auf vielfältige Weise dargestellt.

Die Natur und die Beziehung zur Natur ist ein weiteres wichtiges Thema, das auf die ländlichen Wurzeln zurückzuführen ist.

Diese Kunstform hat bewegt und bewegt weiterhin Künstler aus den anliegenden afrikanischen Ländern. In den späten 60ern schaffte die Kunstbewegung dann ihren internationalen Durchbruch und Sammler aus der ganzen Welt wurden auf die Kunst aufmerksam.“

Shephard Madzikatire, bei der Eröffnung des „Shephard Madzikatire Festivals“ in der Friends Forever Galerie, Bertolt Brecht Platz 3, in Berlin

Im Juni 2016 konnten wir eine große Skulptur, „Mutter und Kind“ in der Galerie Friends Forever erwerben, welche nun im Foyer der ArtVilla eine ganz besonders intensive Wirkung des Geborgenheitsgefühls ausstrahlt.

Alexander Weinmann - Bildhauer

Skulpturen befinden sich in privaten und öffentlichen Besitz (Regierungspräsidium Freiburg und Stuttgart, Landratsamt Konstanz, Kunstmuseum Singen, MAC Singen, Deutscher Bundestag, Müritz Nationalpark MV).

„Weinmanns archaisch-organische Skulpturen und Objekte sind Zeugnisse eines Dialoges, einer körperlichen Auseinandersetzung mit dem Material. Der Künstler nimmt im Holz bestimmte Maserungen und Strukturen wahr, der selektive Blick auf den Stoff entdeckt Formen, die dann zur Verdeutlichung herausgearbeitet werden.

Am Beginn des Produktionsprozesses steht zunächst das Abwarten, das Schweigen, bis sich plötzlich eine Gestalt aus dem Material herauskristallisiert. Das, was die Phantasie vorzeichnet, wird dann mit der Körperkraft aus dem Holz herausgebildet.

Durch Rundung, Einschnitte oder Krümmungen verlieren die Blöcke ihre Schwere; durch Aushöhlung wird Licht und Raum in die Skulptur gebracht. Der Torso und die Säule sind Weinmanns Urformen neben dem Thema „Tor“, dem Durchgang zu Neuem und Andersartigem.

Für Alexander Weinmann geht es in seiner Kunst um die Rettung der Naturobjekte, die er auf ihre elementarsten Formen reduziert und dabei zugleich konserviert. Insofern sind seine Skulpturen auf Dauer angelegt; sie wollen den Prozess des Vergehens, des Verschwindens, der Verflüchtigung aufhalten oder unterbinden. Künstlerische Tätigkeit ist für ihn eine Art von Widerstand gegen den Zeitstrom, ein Aufhalten der Verwesung und der Auflösung der Dinge. Die klaren Formen bewahren das Material vor jeder Funktion, sie schaffen Ruhe und lassen Betrachtung und Berührung zu. Kunst sei ein Geben und Nehmen gegenüber der Natur, sagt Weinmann. Dabei gelingen ihm plastische Gestaltungen von archaischem Zauber und in sich vollendeter Harmonie und Schönheit.

Seine Stelen gleichen einer Heerschar von Kriegern aus mythischer Zeit. Sie symbolisieren die Kräfte, vergleichbar dem Wellengang des Wassers, das sich an Festem bricht. Während die Holzplastiken ein Gefüge wechselnder Formen darstellen, überragen die Stelen den Betrachter und wirken wie Warnzeichen aus einer versunkenen Welt.   (Prof. Dr. Helmut Bachmaier)

Verena Vögele

Man denkt, wenn man ihre Ausstellung betrachtet unwillkürlich an Kandinsky der immer wieder von einem „inneren Klang“ und einer „inneren Notwendigkeit“ sprach.

Verena Vögele erklärt, dass sie ihren Gedanken und auch ihren Gefühlen freien Lauf lasse. Spielerisch empfindet sie, tauche sie in einen kreativen Prozess ein. Das Entstandene ist am Ende „sie“ und reflektiert ihre Stimmung, sagt sie. „Und so ist das Malen ein wichtiger Teil von mir.“

An der Ausdruckskraft der Bilder alleine schon erkennen wir, dass es mehr als bloßer Zeitvertreib ist. Die Arbeiten verströmen Kraft, Selbstbewusstsein, pulsierenden Optimismus und Leidenschaft.

Die Freude am Malen begleitet sie quasi seit ihrer Kindheit. 1966 in Heiligenberg im Linzgau geboren, lebte und arbeitete sie in der Bodenseeregion und im Schwarzwald. Sie besuchte an verschiedenen Orten (und in verschiedenen Ländern) diverse Malschulen und man darf von einer gewissen künstlerischen Entwicklung sprechen die durch die Jahre stattfand.

Beginnend mit Aquarell-Spielereien und -Arbeiten hat sie sich im Laufe der Jahre immer mehr und zuletzt ausschließlich dem Arbeiten mit Acryl zugewandt.

Eine offene Pinselschrift und prägnante Farbsetzung lassen so eine kohärente Serie vermuten die sich in der Betrachtung dann auch so erleben lässt. Die ursprüngliche Malerei war von einem runden, geschmeidigen Stil gekennzeichnet, der innere Harmonie auszudrücken vermochte. Mehr und mehr zeigten sich die Arbeiten kantiger, quadratischer, straffer, teils unbequem für den oberflächlichen Betrachter.

Vielleicht drückt es eine innere Unruhe aus. Verena Vögele rhytmisiert die Bildfläche durch nachdrücklich gesetzte Pinselstrukturen.

Sie arbeitet selten mit Skizzen oder Entwürfen, sie komponiert ihre Bilder, wie schon erwähnt auch zu einer Art Befreiung des Geistes und - oder der Seele. Es entsteht so zumeist während der Arbeit und Bearbeitung die letztlich endgültige Form, das vorläufig manchmal fertige Bild. Oft legt sie aber auch später, vielleicht nach langer Zeit, zum Teil nach Jahren wieder Hand an, weil sie für sich das Bild als unfertig wahrnimmt. So hantiert sie mit Pigmenten und Strukturpasten, Spachtel und Pinsel, trägt auf, malt, schichtet, kratzt, wischt ab, oft auch mehrfach auf Leinwände und Eisenplatten.

Es sind Experimente von Schönheit in Farben und Formen.

Bei allem Furore der Farbe kann man bei Verena Vögele auch viele zarte Töne finden die sie empfindsam auf die Leinwand zaubert… Die interpretierenden Wahrnehmungen überlassen wir dann unseren Gästen und Besuchern und wünschen einen spannenden geselligen Aufenthalt in der ArtVilla.